Braunes Ejakulat

Nach rund 400 Kilometern unterbrechen ein leerer Tank und eine volle Blase die Flucht vor meinen Gedanken. Noch am Zapfhahn stehend, verkünden die Staubwolken am Horizont, dass mein Vorsprung schwindet – ich muss mich beeilen. 82 Euro und sechs Sanifair-Gutscheine wandern über den Tresen und werden mit einer Quittung und einer Kaffeemünze honoriert. Unterdimensionierte Lautsprecher in der Rigipsdecke quäken „Wind of Change“, während ich meinem Tankstellen-Cappuccino bei der Zubereitung zuschaue. Nach einer stillen Renato-Bialetti-Gedenkminute beginnt der WMF-Automat sich widerwillig zu erwärmen.

Ein säuerlicher Geruch sticht mir in die Nase… verdorbene Milch? Wohl eher der Gestank des ablaufenden Jahres. 2016 war eine dieser öffentlichen Facebook-Partys. Du hast ’ne tolle Idee, planst alles und dann kommen ein paar Gestalten vorbei, die Du nicht eingeladen hast, und kotzen alles voll. Und damit meine ich nicht den Sensenmann, der „Braunes Ejakulat“ weiterlesen